Südkurier von Claudia Wagner

Mehr als 1000 Personen werden im Moment mit Waren aus dem Tafelladen versorgt. Die meisten Kunden sind Flüchtlinge aus der Ukraine. Die Organisation stößt an ihre Belastungsgrenze.

Anita Hoffmann ist ein bisschen frustriert. Es läuft beim Tafelladen: Die Warteschlange der Menschen, die hier einkaufen wollen, reicht über den gesamten Gottmannplatz. Schon wieder hat Hoffmann, Leiterin der Tafel Konstanz, einen Aufnahmestopp für Neukunden aussprechen müssen. Vermutlich ist sie die einzige Leiterin eines Ladengeschäfts, die sich nicht freut, wenn der Andrang groß ist und das Geschäft brummt. Doch immer, wenn‘s beim Tafelladen läuft, ist es ein Zeichen dafür, dass es dem sozial schwächsten Teil der Gesellschaft finanziell immer schlechter geht. Zwar bekomme sie in Konstanz im Moment genügend Lebensmittelspenden von Einzelhändlern und vom Fruchthof Konstanz, doch die Kapazitäten bei ihren ehrenamtlichen Mitarbeitern werden knapp.